Mein Warenkorb (0)

Kontakt
shop@vtph-editions.com
Information speichern

Mon-Fri, 11am-7pm

Richtungen

Visiting address and by appointment only: Rheinsberger Str. 76/77, 10115 Berlin // Pickup by the customer: Werkstatt, Winsstr. 31, 10405 Berlin Prenzlauer Berg

Visiting address and by appointment only: Rheinsberger Str. 76/77, 10115 Berlin // Pickup by the customer: Werkstatt, Winsstr. 31, 10405 Berlin Prenzlauer Berg

Mon-Fri, 11am-7pm

#SHORTCUT Anna Lehmann-Brauns
· ·

#SHORTCUT Anna Lehmann-Brauns

· ·

2019 lebte Anna Lehmann-Brauns im Rahmen eines Stipendiums in Beijing. Die erste Zeit kam sie in einem traditionellen Hutong unter, später wohnte sie in einem riesigen Hochhaus. Beijing faszinierte die Fotografin in seiner Fremdheit, welches sich auch bis zum Ende ihrer dortigen Zeit nicht in Vertrautheit wandelte. Diese Fremde fängt die Serie „Beijing“ ein. Besonders eindringlich spiegeln die Arbeiten aber Anna Lehmann-Brauns Faszination für das nächtliche Beijing wider, über das sie selber sagt „..es schien, als fing die Stadt an zu glühen."

Anna Lehmann-Brauns (*1967, Berlin) ist eine Fotografin, die sich in ihrer Arbeit mit dem Raum als Ort der subjektiven und kollektiven Erinnerung beschäftigt. Einige ihrer Räume sind gefunden, andere in Miniatur konstruiert. Ihre Arbeiten können an der Schnittstelle zur Malerei verortet werden.

VTph editions: Anna, deine Serie mit dem Titel Beijing ist hauptsächlich nachts in Chinas Hauptstadt entstanden. Fühlt sich die Nacht vertrauter an, als der Tag?

Anna Lehmann-Brauns: Die Nacht schafft eigenes Licht. Die Beleuchtung der Sonne fällt weg und es gibt ausschließlich künstliche Lichtquellen, die die Szenerie bestimmen. Die Nacht verschleiert, verschattet, betont, verfärbt und verzaubert. Damit kommt ihre Wirkung dem näher, was mich eigentlich interessiert. Ich dokumentiere nicht, es geht mir  um das Festhalten bestimmter Stimmungen und Zustände, teils düster, teils verheißungsvoll...

VTph editions: Wie tief bist du in der Malerei verortet, wenn du fotografierst?

Eine Fotografie ist immer das Ausgangsmaterial meiner Arbeit. Obwohl ich – wie oben erwähnt – nicht dokumentierend arbeite, gibt es eine mit den Mitteln des Mediums geschaffene Grundlage, welche in der Realität verankert ist. Es sind auch bestimmte reale Gegebenheiten, die Auslöser für die Entscheidung sind, an einem bestimmten Ort zu fotografieren. Diese „Basis" soll erkennbar bleiben, obwohl ich in einem zweiten Schritt z.B. starke Ausschnitte wähle. Neben einem thematischen Interesse – wie an der Geschichte der gay clubs an der kalifornischen Westküste – beschäftige ich mich mit Bildaufteilungen, Farb- und Lichtstimmungen. Es entstehen komponierte Einzelbilder. An diesem Punkt gibt es dann eine Nähe zum Medium Malerei. 

VTph editions: Die Sehnsuchtsorte des urbanen Lebens, die meist Begierden auffangen können und als Ventil dienen, faszinieren dich über viele Serien und Arbeiten hinweg. Welche Erfahrungen hast du beim Arbeiten machen dürfen und welche Momente, Orte oder Begegnungen hatten dich am meisten fasziniert?

Ich habe tatsächlich einige „Sehnsuchtsorte" an denen ich ein Gefühl von Freiheit empfinde, meist sind das kosmopolite Szenerien, wie z.B die Lobby des Kinos International oder der Delphi Filmpalast. Diese Orte stehen meist auch inhaltlich für Weltoffenheit, hier findet auch die Berlinale statt. 

VTph editions: Welche Ausstellungen und Projekte sind geplant und was werden wir als nächstes von dir sehen?

Im August wird meine Ausstellung JUNIMOND im Haus am Kleistpark in Berlin eröffnet. Dort wird eine Übersicht aus den verschiedenen Werkgruppen gezeigt, die in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind. Daran arbeite ich momentan. Es ist ein großes Projekt in meiner Heimatstadt Berlin. Dort zeige ich auch ganz neue Arbeiten, beispielsweise die 2020 in der Türkei entstandene Serie. Ich hatte im Jahr 2020 ein Stipendium des Berliner Senats und durfte drei Monate in Istanbul leben und arbeiten. Das war eine ganz besondere Erfahrung. 

Anna Lehmann-Brauns "Beijing", 2019