Jessica Rimondi, As ash_we bloom III_2

SPOTLIGHT // DOMUS SUBLIMINALIA – Francesco Petruccelli & Jessica Rimondi

Die ursprünglich auf der Berlin Art Week 2024 gezeigte Gruppenausstellung Subliminalia wird nun in einer zweiten Ausgabe als DOMUS SUBLIMINALIA, kuratiert von Philippe Hostalery, wieder aufgegriffen und in ihrem Konzept erweitert. In dieser Ausstellung greifen Francesco Petruccelli und Jessica Rimondi den spannenden Dialog ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Erhabenen wieder auf und vertiefen diesen Diskurs durch das Thema der Metamorphose. Materialien verschmelzen, Elemente vermischen sich, Grenzen lösen sich auf: Menschliches und Nicht-Menschliches, Organisches und Anorganisches treten in eine kontinuierliche Beziehung zueinander. 

DOMUS SUBLIMINALIA öffnet diesen Raum der Transformation und zeigt neue Welten, reich an Materialien und Elementen, deren Transformation nur ein äußeres Abbild von einem inneren Wandlungsprozess ist.

Jessica Rimondi, MEMORIA -Erbe des Ortes, Serie

Immanuel Kant definiert das Erhabene als das Gefühl der Bestürzung angesichts der Größe der Natur, das uns zugleich mit unserer eigenen Kleinheit und Endlichkeit konfrontiert.

Welchen Wert und welche Rolle kann das kantische Gefühl des Erhabenen im Zeitalter des Anthropozäns noch spielen? 

Die Annäherung an das Gefühl des Erhabenen wird als möglicher Ausweg und Richtungswechsel gesehen: Sie führt uns zu unserer menschlichen Endlichkeit zurück, indem sie als Ausweg aus einer anthropozentrischen Sichtweise fungiert. Das Konzept der Metamorphose als grundlegender Aspekt unserer Selbstwahrnehmung und Existenz führt zu der Erkenntnis, dass die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels auch eine Transformation unserer eigenen Perspektiven erfordert.

Über die Künstler:

Francesco Petruccelli

Francesco Petruccelli ist ein in Berlin lebender italienischer bildender Künstler. Seine künstlerische und kulturelle Ausbildung begann in Mailand durch seine Tätigkeit als Kameramann. Insbesondere die Realisierung von Dokumentarfilmen in Haiti und in der Republik Kongo trug zur Entwicklung einer kompositorischen Sensibilität bei, die auf der Symmetrie des Bildes sowie auf einer aufmerksamen Beobachtung der tragisch-magischen Aspekte menschlichen Verhaltens basiert. Im Jahr 2010 schloss er sein Studium der Geisteswissenschaften an der Università degli Studi di Milano mit einer anthropologischen Abschlussarbeit über schamanische Ekstase ab — eine Forschung, die eine wesentliche theoretische Grundlage für die spätere Entwicklung seiner künstlerischen Praxis bildete.

2011 zog er nach Berlin, wo er Bildende Kunst an der Universität der Künste (UdK) bei Professor Karsten Konrad studierte. In dieser Zeit konzentrierte er seine künstlerische Forschung auf den Einsatz plastischer Materialien, schloss sein Studium mit dem Diplom ab und erhielt anschließend den Titel des Meisterschülers. 2017 war er Artist in Residence am Goethe-Institut in Indien. Während dieser Zeit entwickelte er eine künstlerische Technik, die auf der Beziehung zwischen Kunststoffabfällen und lebendigem Gewebe basiert — eine Forschung, die ihm 2018 den Skulpturenpreis der Helmut-Thoma-Stiftung einbrachte. Im selben Jahr stellte er im Kramatorsk Art Museum im Donbas aus; die dort gezeigten Arbeiten befinden sich heute in der permanenten Sammlung des Museums. 2019 stellte er als Finalist des Laguna Art Prize im Arsenale di Venezia aus und gründete im selben Jahr das Künstlerkollektiv Intermission mit, das 2021 mit einer Förderung des Bezirkskulturfonds Lichtenberg für die Ausstellung Berliner Luft in der Villa Heike ausgezeichnet wurde. Seit 2021 ist Francesco Petruccelli Träger einer Atelierförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. 2023 stellte er in der Galerie Rossana Orlandi in Mailand als Finalist des RoPlastic Prize aus. Während der Berlin Art Week 2024 war er Ko-Kurator und teilnehmender Künstler der Ausstellung Subliminalia bei neurotitan in Berlin. Diese Erfahrung bildet den Ausgangspunkt seiner jüngsten künstlerischen Forschung zum Begriff des Erhabenen, die 2025 zur Mitbegründung des Kollektivs KA32 sowie zur Ko-Kuratorenschaft von Under the Volcano führte — einer derzeit laufenden Veranstaltungsreihe, die sich dieser Thematik widmet.

Francesco Petruccelli, Il cardinale rifatto (2026) Big Bags, Metall, Gips 100x80x37cm ©Foto: Elena Ferri 

Die künstlerische Forschung konzentriert sich auf die Spannung zwischen Präsenz und Abwesenheit. Insbesondere identifiziert der Künstler den Kopf — eines seiner bevorzugten Sujets — als den Ort eines unversöhnlichen Konflikts zwischen zwei Arten, die Welt wahrzunehmen: entweder als existent oder als nicht-existent. In seinen Arbeiten wird die Haut des Gesichts zu einem Schleier, der aufgerissen, zu einer Oberfläche, die ausgegraben und korrodiert werden muss, um das darunterliegende Nichts zu offenbaren. In anderen Fällen verwandelt sie sich in ein formloses, dennoch organisches Gewebe, das von der Identität der dargestellten Person losgelöst ist und doch auf geheimnisvolle Weise mit ihrer Physiognomie verbunden bleibt.

Francesco Petruccelli, Ohne Titel (2016) - Acryl und Gouache auf Holz  - 30x40x2cm  - Foto von Diana Pacelli

Francesco Petruccelli, Ohne Titel (2016) - Acryl und Gouache auf Holz  - 30x40x2cm  - © Foto: Diana Pacelli

In Petruccellis Gemälden und Skulpturen übernimmt die „Haut“ des Kunstwerks eine zentrale Rolle— nicht aus oberflächlicher Geste, sondern als Konsequenz der existenziellen Unmöglichkeit, die Welt jenseits ihrer Oberfläche zu erkennen. Vielmehr liegt die einzige mögliche Erkenntnis der Welt in ihrem Erscheinungsbild. So erzeugt die Epidermis seiner Skulpturen neue Identitäten, die weit von der angenommenen Essenz des Objekts entfernt sind. Die von ihm eingesetzten Kunststoffe verändern kontinuierlich ihr Erscheinungsbild, verwandeln sich in Stein, Fossil oder Metall und lassen den Betrachter zwischen den Erwartungen an eine angenommene ursprüngliche Natur und der eigenen aktiven Beteiligung am Wahrnehmungsakt schweben.

 Francesco Petruccelli, Sanguinica (2024) Epoxidharz, Beton 60x30x30cm

 Francesco Petruccelli, Sanguinica (2024) Epoxidharz, Beton 60x30x30cm © Foto: Elena Ferri 

Durch diese Prozesse der Metamorphose entsteht auch sein Zeitverständnis: Plastik — ein Material, das häufig mit ökologischen Katastrophen und Vorstellungen globaler Zerstörung assoziiert wird — wird archaisch, ja sogar prähistorisch, und ist in der Lage, Anfang und Ende der Zeit in einem Zyklus zu verbinden, der ein lineares und evolutionäres Verständnis von Zeit infrage stellt. Durch diese Prozesse der Metamorphose entsteht sein Zeitverständnis und eröffnet zugleich einen Wahrnehmungsraum, der die Erfahrung des Sublimen erahnen lässt. Diese zeitliche Kompression prägt auch seine malerische Praxis. Petruccelli bezieht sich häufig auf Werke vergangener Jahrhunderte, deren kritische Interpretation längst gefestigt ist. Durch das Kopieren verstorbener Figuren, die von längst verstorbenen Künstlern gemalt wurden, versetzt er den Betrachter in einen zeitlichen Zustand, in dem Geburt und Ende des Kunstwerks gleichzeitig existieren. Anschließend greift er in die Darstellung dieser Gesichter brutal und sorgfältig ein, erzeugt Entfremdung und wahrnehmungsbedingte Irritation. Diese Vorgehensweise lehnt letztlich die diachrone Anhäufung von Interpretationen über die Essenz des Werks ab und führt die Wahrnehmung auf den unmittelbaren Moment der Begegnung mit dem Phänomen zurück.

Letztlich ist es nur eine Frage der Haut.

Jessica Rimondi

Jessica Rimondi ist eine in Berlin lebende italienische Künstlerin.  Sie studierte an der Accademia Albertina in Turin und schloss ihr Studium der Mixed Media Fine Art an der University of Westminster in London ab. Ihre Arbeiten wurden in ganz Europa und international ausgestellt, unter anderem in London, Los Angeles, Berlin, Venedig, Wien und München.

Durch das Zusammenspiel von bildender Kunst und Klanginstallationen schafft sie immersive und interaktive Umgebungen, wobei sie Mixed-Media-Techniken wie Druckgrafik, Öl- und Acrylmalerei sowie unkonventionelle Materialien wie Porzellan, Glas, Zucker, Salz und Knochenleitungsklang einsetzt.

Sie hat mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den 4. Arte Laguna Prize, den Graduate Art Prize, den Premio Ora, den T.I.N.A. Prize und den ArtLab Munich. Sie hat internationale Residenzen absolviert, darunter 2016 bei der Sacatar Foundation in Brasilien, wo sie 2023 später als Jurymitglied tätig war.

Seit 2017 hat ihr Engagement im Bereich Klang zu Kooperationen mit Komponisten wie Alessandro Baldessari und Giulia Lorusso geführt, aus denen interdisziplinäre Projekte hervorgegangen sind, darunter In Vitrᴓ im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Matera 2019 und BIOME für das Oerknal Ensemble im Rahmen der Clara Iannotta Contemporary Music Residency.

Im Jahr 2021 untersuchte ihr von Amcha Deutschland e.V. gefördertes Projekt ERBE DES ORTES historische Stätten und das Umweltgedächtnis Berlins.

Jessica Rimondi, Deep Blue, irid glass detail side

Jessica Rimondi, Deep Blue, Irid Glass Detail, Arrangement Installation 

Zu ihren jüngsten Präsentationen gehören die Glass Annual Conference 2024, die Berlin Art Week 2024 mit der Ausstellung Subliminalia, die International Glass Biennale 2025 in der Nationalgalerie Kvadrat 500 in Sofia und die Venice Design Biennial 2025, wo ihre Arbeiten in der SPARC Gallery in Venedig ausgestellt wurden.

Jessica Rimondi ist Mitbegründerin des Kollektivs KA32 und Co-Kuratorin der Veranstaltungsreihe Under the Volcano, die für 2025 und 2026 in Berlin geplant ist.

"Meine künstlerische Praxis folgt einem spekulativen, feinfühligen Ansatz, der in Resonanz mit natürlichen Prozessen neue Formen des Daseins imaginiert und verkörpert. Die Materie ist dabei nie bloßes Trägermedium, sondern ein lebendiges, transformierendes Subjekt – leitfähig, aktiv, in ständigem Austausch mit Landschaft, Körpern und Erinnerungen.

Die Werke erwachsen aus Fragmenten, gesammelt im persönlichen Archiv oder in situ. Sie verweben organische und anorganische Elemente zu hybriden Konfigurationen. Besonders prägnant zeigt sich dies in Arrangements, präsentiert auf der Design-Biennale in Venedig 2025: Das Glas schmilzt auf Lava Abgüsse, von Formen, die auf der Insel Vulcano entstanden sind, und bildet so ein emblematisches Beispiel für diese Dialektik zwischen Geologie und Spannung der Form.

Das zeitgenössische Erhabene ist der Leitgedanke dieser Arbeit: nicht nur als Erfahrung der überwältigenden Natur, sondern als Moment bewusster Erkenntnis, in dem der Mensch seine Endlichkeit begreift und sich als Teil eines umfassenderen lebendigen Ganzen erkennt – ein alternatives Modell zum anthropozentrischen Prinzip.

Indem ich diese Trajektorie weiterverfolge, entfaltet sich meine künstlerische Praxis aus einer Verflechtung geografischer und kultureller Horizonte: Forschungen in Italien, Brasilien, Mexiko, Griechenland, Marokko und Indonesien haben mir gezeigt, dass in vielen autochthonen Kulturen Naturprinzipien ein wesentlicher Bestandteil kosmogonischer Vorstellungen und von Modellen der Koexistenz sind und radikal andere Perspektiven auf die Ontologie des Lebendigen eröffnen."–Jessica Rimondi

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About the artists:

Francesco Petruccelli

Francesco Petruccelli is an Italian visual artist based in Berlin. His artistic and cultural formation began in Milan through his work as a cameraman. In particular, the production of documentary films in Haiti and in the Republic of the Congo contributed to the development of a compositional sensibility grounded in image symmetry and in a careful observation of the tragic-magical aspects of human behaviour. In 2010, he graduated in Humanities from the University of Milan with an anthropological thesis on shamanic ecstasy, a research project that would later provide a solid theoretical foundation for the development of his artistic practice.

In 2011, he moved to Berlin, where he studied Fine Arts at the Universität der Künste (UdK) under the supervision of Professor Karsten Konrad. During this period, he focused his research on the use of plastic materials, completing his diploma and subsequently obtaining the Meisterschüler title. In 2017, he was artist in residence at the Goethe-Institut in India. During this experience, he developed an artistic technique centred on the relationship between discarded plastic materials and living tissue, a research that earned him the Helmut Thoma Foundation Sculpture Prize in 2018. In the same year, he exhibited at the Kramatorsk Art Museum in the Donbas, with works now part of the museum’s permanent collection. In 2019, he exhibited at the Arsenale in Venice as a finalist of the Laguna Art Prize and, in the same year, co-founded the artist collective Intermission, which in 2021 was awarded funding from the Bezirkskulturfonds Lichtenberg for the exhibition Berliner Luft, presented at Villa Heike. Since 2021, Francesco Petruccelli has been awarded studio funding by the Berlin Senate Department for Culture and Europe. In 2023, he exhibited at the Rossana Orlandi Gallery in Milan as a finalist of the RoPlastic Prize. During Berlin Art Week 2024, he was co-curator and participating artist of the exhibition Subliminalia at neurotitan, Berlin. This experience marked the starting point of his most recent research trajectory on the concept of the Sublime, leading in 2025 to the co-founding of the collective KA32 and to the co-curation of Under the Volcano, an ongoing series of events dedicated to this theme.

Francesco Petruccelli’s artistic research centers on the tension between presence and absence. In particular, the artist identifies the head — one of his favored subjects — as the site of an irreconcilable conflict between two ways of perceiving the world: as either existing or non-existing. In his work, the skin of the face becomes a veil to be torn away, a surface to excavate and corrode in order to reveal the nothingness that lies beneath. At other times, it transforms into a shapeless yet organic tissue, detached from the identity of the depicted subject and yet mysteriously bound to its physiognomy.

In Petruccelli’s paintings and sculptures, the “skin” of the artwork assumes a central role — not as an expression of superficiality, but as the consequence of the existential impossibility of knowing the world beyond its surface. Rather, the only possible knowledge of the world lies in its appearing.

Thus, the epidermis of his sculptures generates new identities, distant from the presumed essence of the object itself. The plastic materials he employs continuously shift in appearance, transforming into stone, fossil, or metal, leaving the viewer suspended between expectations of an assumed original nature and their own active participation in the act of perception.

Through these processes of metamorphosis, his notion of time also emerges: plastic — a material commonly associated with ecological catastrophe and imaginaries of planetary collapse — becomes archaic, even prehistoric, capable of connecting the beginning and the end of time within a cycle that challenges a linear and evolutionary understanding of temporality. Through these processes of metamorphosis, his notion of time also emerges, opening a perceptual space that approaches the experience of the Sublime.

This temporal compression also informs his painting practice. Petruccelli frequently references works from past centuries whose critical interpretation has long since solidified. By copying deceased figures painted by artists who are themselves long gone, he situates the viewer within a temporal condition in which the birth and the end of the artwork coexist.

He subsequently intervenes on these faces through gestures that are both brutal and meticulous, producing estrangement and perceptual disruption. This operation ultimately rejects the diachronic accumulation of interpretations surrounding the essence of the artwork, returning perception to the immediacy of the present encounter with the phenomenon.

Ultimately, it’s only a matter of skin

Jessica Rimondi

Jessica Rimondi is an Italian artist based in Berlin. She studied at the Accademia Albertina in Turin and graduated in Mixed Media Fine Art from the University of Westminster in London. Her work has been exhibited across Europe and internationally, including London, Los Angeles, Berlin, Venice, Vienna and Munich.

Through the interplay of visual art and sound installation, she creates immersive and interactive environments, employing mixed media techniques such as printmaking, oil and acrylic, alongside unconventional materials including porcelain, glass, sugar, salt and bone conduction sound.

She has received several awards, including the 4th Arte Laguna Prize, the Graduate Art Prize, Premio Ora, the T.I.N.A. Prize and ArtLab Munich. She has undertaken international residencies, including the Sacatar Foundation in Brazil in 2016, where she later served as a jury member in 2023.

Since 2017, her engagement with sound has led to collaborations with composers such as Alessandro Baldessari and Giulia Lorusso, resulting in interdisciplinary projects including In Vitrᴓ in the context of Matera European Capital of Culture in 2019, and BIOME for the Oerknal Ensemble within the Clara Iannotta Contemporary Music Residency.

In 2021, her project ERBE DES ORTES, funded by Amcha Deutschland e.V., explored Berlin’s historical sites and environmental memory.

Her recent presentations include the Glass Annual Conference 2024, Berlin Art Week 2024 with the exhibition SUBLIMINALIA, the International Glass Biennale 2025 at the National Gallery Kvadrat 500 in Sofia, and the Venice Design Biennial 2025, where her work was exhibited at SPARC Gallery in Venice.

Jessica Rimondi is co-founder of the KA32 collective and co-curator of the event series Under the Volcano, programmed in Berlin for 2025 and 2026.

"My research is grounded in a speculative and sensitive practice that works in a state of listening with the elements and cooperates with natural processes in order to imagine and embody other forms of existence, observing their metamorphoses as a form of knowledge and as an active presence in the world. 

In my practice, matter is never a simple support but a living, transformative and conductive subject. It is in its behaviour that the core of the work manifests itself, often entering into contact and co-presence with the viewers. 

The works arise from materials often collected and archived from experienced places. The results are hybrid forms, where the organic and the inorganic, the natural and the symbolic intertwine in open configurations in continuous redefinition. 

In the last two years the Sense of the Sublime, reconsidered through a contemporary lens, has become a central conceptual framework within my research, understood as a perceptual and ethical instrument extending the experience of natural immensity into a moment of awareness in which the human being finds themselves as part of a broader living system. This reflection offers us the opportunity to renegotiate our position within the living and to move beyond the anthropocentric perspective. 

This research draws nourishment from experiences developed in dialogue with different geographical and cultural contexts (Italy, Brazil, Mexico, Indonesia), through which I have observed how, in many Indigenous cultures, natural principles are an integral part of cosmogonic visions and models of coexistence, offering radically different perspectives on the ontology of the living. This has fuelled a reflection on matter as an archive of cultural and social value, and on the necessity of reconfiguring our perceptual and political paradigms."–Jessica Rimondi

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Exhibition: March 14, 2026, Salon Hostalery, Berlin

Curated by: Philippe Hostalery

Cover: Jessica Rimondi, As ash We bloom III - As ash, We bloom series